
Der Grenzwert
Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) regelt, was in kleine Feuerungsanlagen darf. § 3 Abs. 3 verlangt für naturbelassenes Holz, Späne, Holzbriketts und Pellets einen Feuchtegehalt unter 25 Prozent. Ausgenommen sind nur automatisch beschickte Anlagen, die der Hersteller für feuchtere Brennstoffe freigegeben hat; ein Kaminofen gehört nicht dazu. Was außer Holz in den Ofen darf, steht unter BImSchV Stufe 2.
Ratgeber nennen oft „unter 20 Prozent“. Das ist entweder der Wassergehalt, also derselbe Wert in anderer Rechnung, oder eine Empfehlung. Die Bedienungsanleitung des Laserliner DampCheck rät, Holz über 20 Prozent Holzfeuchte nicht zu verbrennen, optimal seien unter 15 Prozent. Das ist strenger als die Verordnung, aber kein Rechtswert.
Holzfeuchte und Wassergehalt
Die beiden Werte beziehen sich auf verschiedene Gewichte. Die Holzfeuchte setzt das Wasser ins Verhältnis zum trockenen Holz, der Wassergehalt zum Gesamtgewicht aus Holz und Wasser. 25 Kilogramm Wasser auf 100 Kilogramm trockenes Holz sind 25 Prozent Holzfeuchte; dieselben 25 Kilogramm sind an 125 Kilogramm Gesamtgewicht 20 Prozent Wassergehalt (eigene Rechnung). Das Umweltbundesamt und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) setzen beide Werte ebenso gleich. Im Brennholzhandel ist meist vom Wassergehalt die Rede, die Messgeräte zeigen die Holzfeuchte.
| Wassergehalt | Holzfeuchte | Einordnung |
|---|---|---|
| 15 % | 18 % | lufttrocken, gut gelagert |
| 20 % | 25 % | Grenze der 1. BImSchV, muss darunter liegen |
| 30 % | 43 % | zu feucht |
| 50 % | 100 % | frisch geschlagen |
Die Umrechnung stammt aus dem LWF-Merkblatt 12. Frisch geschlagenes Holz enthält nach dem Umweltbundesamt 45 bis 60 Prozent Wasser, gemeint ist der Wassergehalt. Wie lange es bis unter die Grenze trocknet, steht unter Brennholz lagern.
So misst du die Restfeuchte
Übliche Geräte messen den elektrischen Widerstand zwischen zwei Elektroden. Nach einem Fachbeitrag der LWF messen sie nur zwischen 5 und höchstens 30 Prozent Holzfeuchte zuverlässig, auch wenn die Anzeige bis 70 Prozent reicht. Für die Grenze von 25 Prozent genügt das; ob frisches Holz 60 oder 80 Prozent hat, verrät ein solches Gerät nicht verlässlich. Das Ergebnis hängt außerdem von Holzart, Temperatur, Dichte und Feuchteverteilung ab.
- Tief messen: Trocknendes Holz ist außen trockener als innen. Die Elektroden gehören so weit wie möglich hinein, nach der LWF bis zum feuchten Kern.
- Richtige Stelle: nicht an der Stirnseite, keine Äste, kein Harz, an mehreren Stellen vergleichen (Bedienungsanleitung DampCheck).
- Holzart beachten: Beim DampCheck gilt der Wert für Buche direkt, bei Fichte, Eiche, Ahorn, Erle und Birke addierst du 2 bis 3 Prozent.
Eine amtliche Messvorschrift für die Holzfeuchte haben wir nicht gefunden. Kaufst du Holz, lässt du dir den Wassergehalt bestätigen, rät das Umweltbundesamt; worauf du beim Kauf noch achtest, steht unter Brennholz kaufen. Für Holzbriketts gelten eigene Normwerte, siehe Holzbriketts.
Wer kontrolliert und was feuchtes Holz kostet
Der Schornsteinfeger prüft die Holzfeuchte bei zwei Gelegenheiten: innerhalb von vier Wochen nach der Inbetriebnahme eines neuen Ofens (§ 14 Abs. 2 der 1. BImSchV) und danach bei jeder Feuerstättenschau (§ 15 Abs. 2). Die Messung kostet nach der Kehr- und Überprüfungsordnung 6 Arbeitswerte, also 8,40 Euro netto (eigene Rechnung). Ist das Holz zu feucht, informiert und berät er dich. Wie die Termine ablaufen, steht unter Schornsteinfeger-Abnahme.
Wer nicht zugelassene Brennstoffe einsetzt, begeht nach § 24 Nr. 1 der 1. BImSchV eine Ordnungswidrigkeit mit einem Rahmen bis 50.000 Euro; ob zu feuchtes Holz im Einzelfall darunter fällt, klärst du mit deinem Bezirksschornsteinfeger. Sicher ist der Verlust an Wärme: Lufttrockenes Laubholz mit 15 Prozent Wassergehalt liefert nach der LWF 4,15 Kilowattstunden je Kilogramm, frisches mit 50 Prozent nur 2,16. Jedes Kilogramm Wasser kostet beim Verdampfen 0,68 Kilowattstunden. Nach dem Forstamt Heilbronn bedeuten 10 Prozent mehr Feuchte durch schlechte Lagerung rund 9 Prozent weniger Heizwert. Welche Rolle Bußgelder bei alten Öfen spielen, steht unter Kaminofen-Austauschpflicht.
Laserliner DampCheck
- Messbereich Holz 6 bis 60 %
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Quellen: 1. BImSchV §§ 3, 14, 15, 24 (Fassung vom 13.10.2021); BImSchG § 62; Kehr- und Überprüfungsordnung § 6 und Anlage 3; Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Merkblatt 12 „Der Energieinhalt von Holz“ (November 2024), Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“ (Juli 2025) und LWF aktuell 54/2006 „Das Problem mit der Holzfeuchte und dem Wassergehalt“; Umweltbundesamt, Ratgeber „Heizen mit Holz“ (Juli 2023), Hintergrundpapier zur Novelle der 1. BImSchV (März 2010) und Seite Kaminofen (Stand 02.02.2026); Landratsamt Heilbronn, Forstamt, „Brennholz – Aufarbeiten und Lagern“ (November 2024); Laserliner, Bedienungsanleitung DampCheck. Stand: 8. Oktober 2026.




