Brennholz lagern und trocknen

Gespaltenes, abgedecktes Brennholz kann nach Versuchen des Technologie- und Förderzentrums Straubing (TFZ) schon nach neun Monaten ofenfertig sein; das Umweltbundesamt rechnet je nach Holzart mit ein bis zwei Jahren. Entscheidend sind ein sonniger, luftiger Platz, mindestens 10 Zentimeter Abstand zur Hauswand und ein Dach, das die Seiten offen lässt.

Offener Holzunterstand mit Pultdach im Garten, davor eine grüne Schubkarre
Foto: Ries Bosch / Unsplash

Wie lange Brennholz lagern muss

Das Ziel ist gesetzlich festgelegt: Scheitholz darf nach § 3 der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) nur mit weniger als 25 Prozent Holzfeuchte in den Ofen, das entspricht 20 Prozent Wassergehalt. Frisch geschlagen enthält Holz nach dem Umweltbundesamt 45 bis 60 Prozent Wasser. Wie lange es bis zur Grenze dauert, beantworten die Quellen unterschiedlich:

QuelleLagerdauer bis ofenfertigVoraussetzung
TFZ-Versuche (FNR-Handbuch)ab 9 Monatenim Winter geschlagen, gespalten, abgedeckt, süddeutsches Klima
LWF Merkblatt 20unter 1 Jahrrichtige Lagerung; ungespalten bis zu 2 Jahre
Umweltbundesamt1 bis 2 Jahreje nach Holzart
Verbraucherzentralemindestens 1, besser 2 Jahrekeine genannt
Forstamt Karlsruhe1 bis 2½ Jahreje nach Holzart, Eiche am längsten
Stadt Kölnin der Regel 2 Jahrebei günstigen Bedingungen weniger

Die kurzen Zeiten stammen aus Messungen, die langen aus Faltblättern ohne Messgrundlage. Nach den TFZ-Versuchen trocknet Holz schon im Winter, ab März verliert es bis zu 10 Prozentpunkte Wassergehalt im Monat, im April rund 90 Liter Wasser je Raummeter. Ab September nimmt es wieder Feuchte auf. Ungespaltenes Holz braucht rund zwei Sommermonate länger; Rundlinge über etwa 10 Zentimeter Durchmesser gehören vor dem Lagern gespalten. Zu lange solltest du aber auch nicht warten: Bei zwei Jahren Lagerung verliert Holz nach dem FNR-Handbuch etwa 2,5 Prozent seiner Trockenmasse unter Dach und etwa 5 Prozent im Freien; Laubholz, das zu langsam trocknet, verstockt nach der LWF durch Pilzbefall. Wie lange einzelne Holzarten brauchen, steht unter Welches Holz brennt am besten?

Der richtige Platz und das Dach

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und das FNR-Handbuch nennen übereinstimmend diese Regeln:

  • Sonne und Wind: sonnige, windoffene Flächen, etwa die Süd- oder Westseite eines Gebäudes. Im Kreuzstapel oder in Gitterboxen trocknet Holz besonders schnell, im Wald dagegen langsamer.
  • Untergrund: kein Kontakt zum Erdreich, sondern ein trockener, durchlüfteter Unterbau aus Paletten, Holzplanken oder Rundhölzern. Einen Mindestabstand zum Boden in Zentimetern nennt keine der Quellen.
  • Abstand: mindestens 10 Zentimeter zwischen Holzstapel und Hauswand und zwischen zwei Stapeln.
  • Dach: spätestens nach dem ersten Sommer abdecken. Eine Plane liegt wie eine Haube auf und hängt an den Kanten 20 bis 30 Zentimeter herab, die Seiten bleiben offen. Am besten ist ein halboffener Schuppen. Im Sommer trocknet offenes Holz ähnlich schnell wie abgedecktes; das Dach bremst ab September die Rückbefeuchtung.
  • Keine Folie rundum: Frisch geschlagenes Holz nach der LWF keinesfalls komplett in Plastikplanen einpacken.

Eiche ist die Ausnahme: Das Forstamt Heilbronn rät, sie vor dem Abdecken einen Sommer offen liegen zu lassen, damit Regen die feuchtigkeitsbindenden Gerbstoffe auswäscht.

Keller, Garage, Wohnzimmer

Frisches Holz gehört nach der LWF nicht in geschlossene Räume wie den Keller: Es kann dort nicht austrocknen und verstockt. Das Forstamt Karlsruhe und die Kölner Forstverwaltung schreiben es noch deutlicher: Brennholz auf keinen Fall im Keller lagern. Zur Garage haben wir keine eigene Aussage einer Fachstelle gefunden; die LWF spricht allgemein von geschlossenen Räumen. Ins Haus gehört nur der Tagesvorrat, den du im beheizten Raum vorwärmst.

Für die Menge im Haus gibt es eine Grenze. Die Bayerische Feuerungsverordnung verlangt ab mehr als 15.000 Kilogramm festen Brennstoffen je Gebäude einen eigenen Brennstofflagerraum; das sind nach dem FNR-Handbuch 31 Raummeter Buche oder 43 Raummeter Fichte. Die Regeln anderer Bundesländer haben wir nicht geprüft. Welchen Abstand Holz zum Ofen braucht, steht in dessen Bedienungsanleitung; was beim Aufstellen sonst zu beachten ist, steht in der Checkliste zum Kaminofenkauf.

Feuchte richtig messen

Holzfeuchtemessgeräte zeigen die Holzfeuchte an, also den Wert der Verordnung: Unter 25 Prozent darf das Holz in den Ofen. Die meisten Geräte messen den elektrischen Widerstand zwischen zwei Elektroden. Nach einem Fachbeitrag der LWF arbeiten übliche Geräte nur zwischen 5 und höchstens 30 Prozent Holzfeuchte zuverlässig, auch wenn die Anzeige bis 70 Prozent reicht. Weil trocknendes Holz außen trockener ist als innen, gehören die Elektroden so tief wie möglich hinein.

Die Bedienungsanleitung des Laserliner DampCheck nennt weitere Regeln: nicht an den Stirnseiten messen, weil das Holz dort schneller trocknet; Stellen ohne Äste, Schmutz oder Harz wählen; an mehreren Stellen vergleichen. Für Fichte, Eiche, Ahorn, Erle und Birke sollst du 2 bis 3 Prozent zum Anzeigewert addieren, bei Buche gilt er direkt. Eine amtliche Messvorschrift haben wir nicht gefunden. Beim Kauf lässt du dir den Wassergehalt bestätigen, rät das Umweltbundesamt; bei der Feuerstättenschau prüft der Schornsteinfeger die Brennstofffeuchte.

Technisch getrocknetes Holz wird als ofenfertig verkauft. Energetisch ist die zusätzliche Trocknung nach einem Faltblatt von 3N Niedersachsen nicht sinnvoll. Nach einem Beispiel im FNR-Handbuch hebt Trocknen von 30 auf 15 Prozent Wassergehalt den Energiegehalt eines Raummeters Buche nur von 167 auf 173 Liter Heizöl-Gleichwert. Wie viel Energie eine Trockenkammer braucht und wie viel teurer ihr Holz im Schnitt ist, haben wir nicht belegt gefunden. Wie du Pressholz lagerst, steht unter Holzbriketts. Was Brennholz kostet, steht unter Brennholz kaufen.

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Quellen: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Merkblatt 12 „Der Energieinhalt von Holz“ (November 2024), Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“ (Juli 2025) und LWF aktuell 54/2006 „Das Problem mit der Holzfeuchte und dem Wassergehalt“; FNR/TFZ, Handbuch Bioenergie-Kleinanlagen, 3. Auflage (2013); Umweltbundesamt, Ratgeber „Heizen mit Holz“ (Juli 2023) und Seite Kaminofen (Stand 02.02.2026); Verbraucherzentrale, Heizen mit Holz im Kaminofen (Stand 26.05.2026); Landratsamt Karlsruhe, Forstamt, Faltblatt „Heizen mit Holz“; Landratsamt Heilbronn, Forstamt, „Brennholz – Aufarbeiten und Lagern“ (November 2024); Stadt Köln, Forstverwaltung, „Brennholz-Informationen“; 3N Niedersachsen, „Wassergehalt und Heizwert von Holz“; Bayerische Feuerungsverordnung § 11; Laserliner, Bedienungsanleitung DampCheck; 1. BImSchV § 3. Stand: 8. Oktober 2026.