
Der Ablauf vom Einbau bis zum Kehren
| Schritt | Wann | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Einbau melden | unverzüglich | § 1 Abs. 2 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz |
| Schornsteinhöhe und Ableitung feststellen | vor der Inbetriebnahme | § 14 Abs. 1 1. BImSchV |
| Abgasanlage bescheinigen | vor der Inbetriebnahme | Landesbauordnung, in Bayern Art. 78 Abs. 3 BayBO |
| Typprüfung, Holzfeuchte, Betrieb prüfen | binnen vier Wochen nach Inbetriebnahme | § 14 Abs. 2 1. BImSchV |
| Beratung zu Bedienung und Holzlager | binnen eines Jahres | § 4 Abs. 8 1. BImSchV |
| Feuerstättenschau | alle drei bis fünf Jahre | § 14 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz |
| Kehren | ein- bis viermal im Jahr | Kehr- und Überprüfungsordnung, Anlage 1 |
Melden muss den Einbau der Eigentümer, schriftlich oder elektronisch, an den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Dasselbe gilt, wenn ein stillgelegter Ofen wieder in Betrieb geht oder ein Ofen dauerhaft stillgelegt wird. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks rät zu einem Vorgespräch, bevor du kaufst: Dann weißt du, ob dein Schornstein den Ofen aufnehmen kann und ob schon eine andere Feuerstätte daran hängt. Die übrigen Punkte vor dem Kauf stehen in der Kaminofen-Checkliste.
Die Abnahme vor dem ersten Feuer
Bundesweit verlangt § 14 Abs. 1 der 1. BImSchV, dass der Schornsteinfeger vor der Inbetriebnahme die Ableitbedingungen nach § 19 feststellt. Ein neuer Schornstein für einen Holzofen muss seit 2022 mit der Mündung mindestens 40 Zentimeter über den First ragen und bei bis zu 50 Kilowatt im Umkreis von 15 Metern Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen um einen Meter überragen. Für Gebäude, die vor 2022 errichtet oder genehmigt wurden, gilt bei Unverhältnismäßigkeit eine mildere Regel, auch wenn du nur den Ofen tauschst.
Die Bescheinigung über die Abgasanlage regeln die Landesbauordnungen. Gelesen haben wir die bayerische: Nach Art. 78 Abs. 3 BayBO darf eine Feuerstätte erst in Betrieb genommen werden, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt hat. Den Wortlaut der übrigen 15 Länder haben wir nicht geprüft. Nach dem Schornsteinfegerverband prüft der Bezirksschornsteinfeger Ofen und Anschluss vor der ersten Nutzung. Frag ihn, welche Unterlagen er sehen will. Was er an Abständen und an der Bodenplatte erwartet, steht unter Kaminofen-Abstände und Funkenschutz.
Binnen vier Wochen nach der Inbetriebnahme stellt der Schornsteinfeger nach § 14 Abs. 2 fest, ob dein Ofen die Anforderungen erfüllt: die Typprüfung nach Stufe 2, den Betrieb nach Herstellervorgaben und die Holzfeuchte unter 25 Prozent. Darüber stellt er eine Bescheinigung aus. Findet er Mängel, musst du sie beseitigen, danach prüft er erneut (§ 14 Abs. 4 und 5). Woran du Stufe 2 erkennst, steht unter BImSchV Stufe 2.
Feuerstättenschau und Messung
Danach kommt der Bezirksschornsteinfeger zur Feuerstättenschau, zweimal in seiner Bestellungszeit, frühestens drei und spätestens fünf Jahre nach der letzten (§ 14 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz). Das Umweltbundesamt spricht von zweimal in sieben Jahren. Er prüft dann den Zustand des Ofens und das Brennstofflager und misst die Holzfeuchte (§ 15 Abs. 2 der 1. BImSchV). Ist das Holz zu feucht, informiert und berät er dich; wie du selbst misst, steht unter Brennholz-Restfeuchte. Eine wiederkehrende Abgasmessung wie bei Heizkesseln gibt es für Kaminöfen nicht, § 15 Abs. 1 nimmt Einzelraumfeuerungen davon aus. Bei Gefahr im Verzug darf der Schornsteinfeger einen Ofen vorläufig stilllegen. Bei Öfen von vor 2010 kontrolliert er hier nach dem Industrieverband HKI auch, ob die Altwerte eingehalten sind; mehr dazu unter Kaminofen-Austauschpflicht.
Gekehrt wird nach Anlage 1 der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Ein Ofen, der ganzjährig regelmäßig läuft, viermal im Jahr; regelmäßig in der Heizperiode dreimal; mehr als gelegentlich, aber nicht regelmäßig, zweimal; gelegentlich einmal. Wie oft es bei dir ist, legt der Feuerstättenbescheid fest.
Was der Schornsteinfeger kostet
Die Gebühren für seine hoheitlichen Arbeiten stehen in der KÜO, gerechnet in Arbeitswerten zu je 1,40 Euro zuzüglich Umsatzsteuer; Hamburg weicht ab. Die Feuerstättenschau im Einfamilienhaus mit einem Kaminofen kommt auf 17,7 Arbeitswerte, also 24,78 Euro netto. Die Prüfung der Holzfeuchte kostet 6 Arbeitswerte oder 8,40 Euro netto, die Prüfung des Typschild-Datums eines älteren Ofens 3 Arbeitswerte oder 4,20 Euro netto (eigene Rechnungen). Weitere Posten stehen unter Kaminofen-Kosten.
Für die Abnahme vor dem ersten Feuer steht in der KÜO keine eigene Position. Eine amtliche Gebührengrundlage haben wir nicht gefunden. Die Werte, die Ratgeberseiten nennen, liegen weit auseinander und sind nicht belegt. Frag deinen Bezirksschornsteinfeger beim Vorgespräch, was er für die Abnahme berechnet.
Quellen: 1. BImSchV §§ 3, 4, 14, 15, 19 (Fassung vom 13.10.2021); Schornsteinfeger-Handwerksgesetz §§ 1, 14; Bayerische Bauordnung Art. 78 Abs. 3 (Fassung ab 01.05.2026); Kehr- und Überprüfungsordnung § 6 und Anlagen 1 und 3; Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, Kaminofen planen; Umweltbundesamt, Hintergrundpapier zur Novelle der 1. BImSchV (März 2010) und Seite Kaminofen (Stand 02.02.2026). Stand: 8. Oktober 2026.




