Welches Holz brennt am besten?

Am meisten Wärme je Raummeter liefern Eiche und Buche: rund 1.950 und 1.900 Kilowattstunden bei 15 Prozent Wassergehalt, Fichte nur rund 1.350. Für den Kaminofen mit Sichtscheibe nennt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) Buche als sehr gut geeignet: viel Glut, gleichmäßige Wärme, kaum Funkenspritzer. Hier stehen die Heizwerte der gängigen Holzarten, ihr Brennverhalten und wie lange sie trocknen müssen.

Stapel gespaltener Scheite mit hellen Stirnseiten und Rundlingen mit Birkenrinde
Foto: Kristijan Arsov / Unsplash

Heizwert je Kilogramm und je Raummeter

Beim Heizwert kommt es darauf an, worauf du ihn beziehst. Je Kilogramm unterscheidet die LWF nur zwischen Nadel- und Laubholz: Nadelholz hat wegen seines höheren Anteils an Lignin und Harz einen etwas höheren Heizwert, 4,32 Kilowattstunden je Kilogramm bei 15 Prozent Wassergehalt, Laubholz 4,15. Gekauft wird Brennholz aber nach Volumen, und je Raummeter zählt die Dichte. Buche und Eiche bringen deutlich mehr Holz in denselben Kubikmeter als Fichte oder Pappel. Die Werte stammen aus den LWF-Merkblättern 12 (November 2024) und 20 (Juli 2025); ein Raummeter ist dort ein Kubikmeter geschichtete Scheite mit 0,7 Festmetern Holz.

HolzartkWh je kg (15 % / 20 % Wasser)kWh je Raummeter (15 % / 20 %)Brennverhalten laut LWF
Eiche4,15 / 3,861.951 / 1.929sehr lange Brenndauer, kein schönes Flammenbild
Buche4,15 / 3,861.907 / 1.885viel Glut, gleichmäßige Wärme, kaum Funken
Birke4,15 / 3,861.798 / 1.777spritzt nicht, brennt bläulich und duftend
Kiefer4,32 / 4,021.533 / 1.516brennt gut an, harzreich, spritzt
Fichte4,32 / 4,021.348 / 1.333brennt gut an, harzreich, spritzt
Pappel4,15 / 3,861.206 / 1.192schnell abgebrannt, „Sommerholz“

Ein Raummeter Buche bringt damit gut 40 Prozent mehr Wärme als ein Raummeter Fichte (eigene Rechnung: 1.907 ÷ 1.348). Für Esche, Ahorn und Lärche nennt die LWF keine eigenen Werte. Das Forstamt Neuhäusel der Landesforsten Rheinland-Pfalz ordnet sie in Gruppen ein, bei weniger als 20 Prozent Wassergehalt je Raummeter: Esche liegt mit Buche und Hainbuche bei 2.100 Kilowattstunden, Ahorn mit Birke und Obstbäumen bei 1.900, Lärche mit Douglasie und Kiefer bei 1.800. Diese Gruppenwerte liegen höher als die LWF-Zahlen und lassen sich nicht direkt mit der Tabelle vergleichen. Wie Raummeter, Ster und Schüttraummeter zusammenhängen, erklärt die Seite Raummeter, Ster, Schüttraummeter.

Wie die Holzarten im Kaminofen brennen

Der Heizwert sagt nichts darüber, wie ein Feuer aussieht und wie lange es hält. Dazu beschreibt die LWF im Merkblatt 20 die Holzarten einzeln:

  • Buche: viel Glut, gleichmäßige und lang andauernde Wärme, schönes Flammenbild, nahezu ohne Funkenspritzer. Sehr gut für alle Öfen, besonders für solche mit Sichtfenster.
  • Esche und Ahorn: verbrennen nach der LWF der Buche sehr ähnlich, ebenso Hainbuche und Kirsche.
  • Eiche: hoher Heizwert und sehr lange Brenndauer, ideal für reine Wärme im Kachelofen. Für den Kaminofen nennt die LWF sie „nicht zu bevorzugen“, weil das Flammenbild fehlt; der Geruch durch die Gerbsäure ist gewöhnungsbedürftig.
  • Birke: ein hervorragendes Kaminholz, das nicht spritzt und wegen ätherischer Öle bläulich und wohlriechend brennt.
  • Fichte und Kiefer: brennen gut an und eignen sich als Span zum Anzünden. Harzreiche Hölzer spritzen, weil verdampfendes Wasser hinter geschmolzenem Harz das Holz sprengt. Die Kölner Forstverwaltung schreibt, sie verbrennen so schnell, dass keine Glut für lang andauernde Wärme entsteht.
  • Pappel und Weide: schnell abgebrannt und als Scheitholz weniger geeignet, bestenfalls „Sommerholz“ für den Kaminofen.

Zur Lärche gibt es keine Einzelaussage der LWF. Die Stadt Köln zählt sie mit Kiefer und Fichte zu den harzreichen Nadelhölzern, die zum Funkenspritzen neigen und deshalb nicht für den offenen Kamin taugen. Daraus folgt eine einfache Arbeitsteilung: Nadelholz zum Anzünden, Buche, Esche oder Birke für die Glut.

Wie lange welche Holzart trocknen muss

Gleich welche Holzart: Verbrennen darfst du Scheitholz nach § 3 der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) nur mit weniger als 25 Prozent Holzfeuchte, das sind 20 Prozent Wassergehalt. Frisch geschlagenes Holz hat über 50 Prozent Wassergehalt; Laubholz liefert dann nach der LWF nur 2,16 Kilowattstunden je Kilogramm, gut die Hälfte des Werts von lufttrockenem Holz.

Wie lange das Trocknen dauert, beantworten die Quellen unterschiedlich. Das Forstamt Karlsruhe rechnet üblicherweise mit einem Jahr für Pappel und Fichte, anderthalb Jahren für Linde, Erle und Birke, zwei Jahren für Buche, Esche und Obstbäume und zweieinhalb Jahren für Eiche. Das Forstamt Heilbronn empfiehlt, Eiche vor dem Abdecken einen Sommer offen liegen zu lassen, damit Regen die Gerbstoffe auswäscht. Versuche des Technologie- und Förderzentrums Straubing (TFZ) kommen auf kürzere Zeiten: Buche und Fichte erreichten 20 Prozent etwa gleichzeitig, gespalten und abgedeckt teils schon nach neun Monaten. Die LWF nennt ein Jahr, richtige Lagerung vorausgesetzt. Die Faltblätter der Forstämter nennen keine Messgrundlage; die Versuchswerte gelten als Untergrenze bei guter Lagerung. Für Lärche und Ahorn haben wir keine eigene Trocknungsdauer aus einer Primärquelle gefunden. Wie du richtig stapelst und die Feuchte misst, steht unter Brennholz lagern.

Welches Holz du kaufen solltest

Für den Kaminofen im Wohnzimmer spricht nach den Angaben der LWF am meisten für Buche: hoher Heizwert je Raummeter, ruhiges Feuer, kaum Funken. Esche und Birke sind gleichwertige Alternativen. Fichte ist je Raummeter billiger, liefert aber auch weniger Wärme; das Technologie- und Förderzentrum kommt im Juli 2026 für Buche auf 9,40 Cent je Kilowattstunde, für Fichte auf 9,64 Cent, jeweils mit Lieferung. Je Kilowattstunde ist Buche damit sogar etwas günstiger. Was Brennholz insgesamt kostet und wie du Angebote vergleichst, steht unter Brennholz kaufen; wie viel du für einen Winter brauchst, rechnet der Brennholz-Rechner aus.

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Quellen: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Merkblatt 12 „Der Energieinhalt von Holz“ (November 2024) und Merkblatt 20 „Scheitholz – Produktion, Lagerung, Kennzahlen“ (Juli 2025); Landesforsten Rheinland-Pfalz, Forstamt Neuhäusel, Faltblatt „Brennholz und mehr“ (Oktober 2025); Landratsamt Karlsruhe, Forstamt, Faltblatt „Heizen mit Holz“; Landratsamt Heilbronn, Forstamt, „Brennholz – Aufarbeiten und Lagern“ (November 2024); Stadt Köln, Forstverwaltung, „Brennholz-Informationen“; FNR/TFZ, Handbuch Bioenergie-Kleinanlagen (2013); TFZ-Merkblatt Scheitholzpreise (Juli 2026); 1. BImSchV § 3; Laserliner, Bedienungsanleitung DampCheck. Stand: 8. Oktober 2026.